Die Impfung

Für die meisten meiner Patienten bedeutet Impfung ein kurzer Tierarztbesuch mit kleinem Stich, dem eine gründliche klinische Untersuchung vorausgeht und eine Belohnung mit vielen Leckerli und Streicheleinheiten nachfolgt!

Für einige Tiere bedeutet Impfung bzw. jegliche Manipulation durch einen Tierarzt massiven Stress und Angst. Oft wissen wir nicht, was die Patienten schon erlebt haben, sei es schlechte Haltung, Kettenhaltung, Missbrauch oder andere Situationen, die das Vertrauen in den Menschen stark reduziert haben. Auch unentdeckte Schmerzen z.B. im Bewegungsapparat können zu einer Abwehrhaltung führen.

So auch bei dem lieben Yannis. Wir wussten, dass sein Vertrauen in Tierärzte sehr eingeschränkt war, vermutlich durch den Stich beim Setzen eines Kastrationschips. Jede noch so kleine Behandlung wurde zur Herausforderung und eine einfache Impfung war schlichtweg unmöglich, da Yannis mit massiver Abwehr reagierte.

Also haben wir die letzten Monate fleißig trainiert, es wurde ein sogenanntes 𝑴𝒆𝒅𝒊𝒄𝒂𝒍 𝑻𝒓𝒂𝒊𝒏𝒊𝒏𝒈 durchgeführt und im Zuge dessen 𝑳𝒂𝒔𝒆𝒓𝒂𝒌𝒖𝒑𝒖𝒏𝒌𝒕𝒖𝒓𝒃𝒆𝒉𝒂𝒏𝒅𝒍𝒖𝒏𝒈𝒆𝒏 zur Entspannung der Muskulatur und Schmerzreduktion nach und nach eingesetzt. Sabine Taferner von Anima Canis hat mit Yannis, seinem Frauchen und mir verschiedenste Situationen trainiert, um ein stressfreies Impfen möglich zu machen.

Heute war der große Tag und wir sind soooo stolz auf Yannis: mit vielen Leckerli, Futter und Kraulen wurde die Impfung von Yannis nicht mal wahrgenommen, er hat sich nicht nach mir umgeblickt, hat nicht abwehrend reagiert und sich auch nach der Impfung stressfrei neben mich gesetzt und auf noch mehr Leckerli gewartet 😊

Die Zusammenarbeit mit erfahrenen HundeverhaltenstrainerInnen ist besonders wichtig und ich denke mit gutem Teamwork konnten wir Yannis den Tierarztbesuch richtig schmackhaft machen! Und dieses Vertrauen, das uns die Hunde nach dem Training entgegen bringen ist das schönste Geschenk!